Verhalten wirklich verstehen

Chancengleichheit mentale Gesundheit frühe Kindheit

Was, wenn ein Verhalten/Reaktion oder Aussage nicht vollständig etwas mit dem Hier und Jetzt zutun hat?

Warum reagieren Menschen manchmal so stark auf Situationen, die von außen betrachtet gar nicht so dramatisch erscheinen?
Warum zieht sich ein Kind plötzlich zurück, explodiert, klammert oder verweigert sich?
Warum funktionieren Erwachsene jahrelang hervorragend und geraten in bestimmten Situationen trotzdem immer wieder in dieselben Reaktionsmuster?
Warum hat man als werdende Eltern gewisse Vorstellungen darüber wie man sein will, aber wenn die Kinder dann da sind, verhaltet man sich so wie man es NICHT wollte?
Und warum reicht es manchmal nicht, zu wissen, dass man eigentlich anders reagieren möchte?

Weil Verhalten mehr ist als das, was wir von außen sehen.

Unter einer Reaktion können Stressregulation, gelerntes Verhalten, Beziehungserfahrungen, körperliche Reaktionen, Erwartungen, Schutzstrategien oder Erfahrungen liegen, die mit der aktuellen Situation auf den ersten Blick wenig zu tun haben.

Dieser Workshop hilft dabei, Verhalten zu übersetzen.

Nicht:

„Was stimmt mit diesem Menschen nicht?“

Sondern:

„Was könnte in diesem Menschen gerade passieren und warum könnte diese Reaktion für sein System einmal Sinn gemacht haben?“

Du willst mehr darüber erfahren, dann melde dich einfach per E-Mail unter office@kelarids.at an.

Wenn wir Verhalten nur an der Oberfläche betrachten, fehlt uns oft ein entscheidender Teil.

Wir sehen vielleicht:

Wut, Rückzug, Kontrolle, Überanpassung, Vermeidung, Perfektionismus, Erstarren, Klammern, Überforderung, oder Funktionieren.

Und versuchen dann, das sichtbare Verhalten zu verändern.

Doch manche Reaktionen sind nicht einfach bewusste Entscheidungen.

Emotionale Regulation kann automatisiert und teilweise außerhalb bewusster Kontrolle ablaufen. Forschung zu implizitem Lernen und emotionaler Regulation zeigt, dass Erfahrungen Reaktionsmuster beeinflussen können, ohne dass wir im jeweiligen Moment bewusst entscheiden: „Jetzt reagiere ich so.“

Genau hier beginnt für mich wirkliches Verstehen.

Nicht beim Urteil über das Verhalten. Sondern bei der Frage:

Was liegt darunter?

Unser Gehirn und unsere Stresssysteme entwickeln sich durch ein Zusammenspiel von biologischen Voraussetzungen und Erfahrungen.

Frühe Erfahrungen können Lern- und Stresssysteme langfristig beeinflussen.

Im Workshop sehen wir uns Fragen an wie:

-Welche Verbindungen könnten bestehen?
-Was hat ein Mensch gelernt?
-Worauf könnte sein System vorbereitet sein?
-Was versucht eine Reaktion möglicherweise zu regulieren oder zu schützen?
-Ist diese Reaktion heute noch hilfreich?

Ein Verhalten kann unter bestimmten früheren Bedingungen durchaus sinnvoll oder schützend gewesen sein und in einem anderen Umfeld später Schwierigkeiten verursachen. 

Wissen, das plötzlich Verbindungen sichtbar macht

Vielleicht kennst du bereits Begriffe wie:

Bindung, Stress, Nervensystem, Window of tolerance, Regulation, Epigenetik, Coping,perinatale Wissenschaft,….

Das Entscheidende liegt aber häufig zwischen diesen Themen.

Was passiert, wenn wir sie nicht getrennt betrachten?

Wenn wir fragen:
Wie wird aus einer Erfahrung Lernen?
Wie wird aus Lernen eine Erwartung?
Wie wird aus einer Erwartung eine automatische Reaktion?
Und wie wird aus dieser Reaktion schließlich das Verhalten, das wir von außen sehen?

Genau diese Übersetzung ist das Herzstück dieses Workshops.

Egal ob Fachperson, Eltern, Großeltern uns allen hilft dieses Wissen für unsere Hypothesenbildung:

Was sehe ich?
Was könnte darunterliegen?
Was weiß ich tatsächlich?
Und was ist lediglich eine mögliche Erklärung, die ich offenhalten muss?
Wie könnte ich mir/der Person helfen in der Situation?

Je früher Erfahrungen gemacht wurden, desto weniger stehen sie uns später als bewusst abrufbare, autobiografische Erinnerung zur Verfügung. Das bedeutet aber nicht, dass in dieser Zeit nichts gelernt wurde. Forschung zur infantilen Amnesie zeigt, dass frühe Erfahrungen spätere Reaktionen und Verhalten beeinflussen können, obwohl wir uns an das ursprüngliche Erlebnis nicht bewusst erinnern können.
Dabei gibt es neben dem bewussten Erinnern auch implizite Lern- und Gedächtnisprozesse. Unser Gehirn und Nervensystem lernen Zusammenhänge, Reaktionen und Signale von Sicherheit oder Gefahr, ohne dass daraus zwangsläufig eine Geschichte entsteht, die wir später erzählen können. Schon sehr früh entwickelt sich beispielsweise die Fähigkeit, durch Erfahrung zwischen Gefahr und Sicherheit zu unterscheiden. Auch emotionale und autonome Reaktionen können teilweise ablaufen, ohne dass uns der auslösende Prozess bewusst ist.

Für wen ist dieser Workshop?

Für Eltern, die ihre Kinder nicht nur erziehen, sondern verstehen möchten.

Für Menschen, die ihre eigenen Reaktionen besser verstehen möchten.

Und für Fachpersonen, die Menschen begleiten und sich nicht mit einer rein oberflächlichen Erklärung von Verhalten zufriedengeben.

Pädagog:innen · Berater:innen · Coaches · psychosoziale Fachpersonen · Gesundheitsberufe · Menschen, die mit Kindern und Familien arbeiten

Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Die wissenschaftlichen Hintergründe werden verständlich erklärt. Teilnahmebestätigung erhalten alle die an allen Terminen teilgenommen haben.

Bereits zum 3. Mal

Dieser Workshop geht in die dritte Runde. Die Erfahrungen, Fragen und Diskussionen der bisherigen Durchgänge fließen in den Workshop ein und haben ihn weiterentwickelt.


Termine & Anmeldung

Nurtured Well – 4-teilige Weiterbildung
Online via Zoom · jeweils 19:00–22:00 Uhr

22.09.2026 – Epigenetik
Wie Erfahrungen von Vorfahren Gesundheit sowie Stress- und Schutzsysteme prägen können.

29.09.2026 – Pränatalzeit
Wie bereits im Mutterleib wichtige Grundlagen für Gesundheit, Persönlichkeit und Gehirnentwicklung entstehen.

06.10.2026 – Geburt
Geburtsabläufe, Interventionen und Erfahrungen, die Spuren und spätere Muster hinterlassen können.

13.10.2026 – Perinatalzeit bis zum 3. Lebensjahr
Bindung, Co-Regulation, ACEs und praktische Interventionen.

Teilnahmegebühr

€ 380 inkl. MwSt. für alle 4 Abende
Paare zahlen nur einmal.
Bei gemeinsamer Teilnahme als Team: € 50 Rabatt pro Person.

Eine Teilnahmebestätigung ist inkludiert.

Anmeldung

Bitte bis spätestens 15. September 2026 per E-Mail an
office@kelaridis.at

Magdalena Kelaridis

Wer leitet den Workshop?
Magdalena Kelaridis, MA hat Psychologie studiert und ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin. Sie unterrichtet Psychologie an der Webster University und ist auf die Bereiche Epigenetik sowie prä- und perinatale Wissenschaften spezialisiert.

Seit einigen Jahren begleitet sie Familien, Kinder, junge Erwachsene und Eltern in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen und hilft ihnen mental Gesund zu bleiben. 

Ihr zentrales Anliegen ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst und andere besser zu verstehen. Oft braucht es eine „Übersetzung“ von Bedürfnissen und ein tieferes Verständnis dafür, was hinter Verhalten, Konflikten oder starken Emotionen steht.
Durch ihr interdisziplinäres Wissen aus Psychologie, Neurowissenschaften und angrenzenden Fachbereichen verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit beruflicher und persönlicher Erfahrung.

Ihr Leitspruch: „The past lives in your body until you free it.“ 

Privacy Overview

This website uses cookies so that we can provide you with the best user experience possible. Cookie information is stored in your browser and performs functions such as recognising you when you return to our website and helping our team to understand which sections of the website you find most interesting and useful.